Schritt für Schritt – Gesund an (Lebens)Aufgaben rangehen

Ich bin ein großer Fan von Geschichten. In ihnen steckt oft so viel Wahrheit und Weisheit.

Eine meiner liebsten Geschichten, wenn es um eine (gesunde) Herangehensweise an Aufgaben und Herausforderungen des Lebens geht, ist die von Beppo Straßenkehrer aus Michael Endes Märchen-Roman „Momo“.

Gesund arbeiten wie Beppo Straßenkehrer

Beppo, der alte Straßenkehrer, erklärt seiner Freundin Momo sein kluges Geheimnis, wie man gedanklich an Aufgaben herangeht:

„Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich.
Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man.
Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr.
Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt.

Und man strengt sich noch mehr an,
man kriegt es mit der Angst zu tun und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr.
Und die Straße liegt immer noch vor einem.
So darf man es nicht machen. Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du?

Man muss immer nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich.
Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.

Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat.
Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste. Das ist wichtig.“

(Michael Ende)

Schritt für Schritt, statt alles auf einmal

Für mich ist dieser Auszug aus Michael Endes Romas immer wieder eine gute Erinnerung an Geduld und Ausdauer. Jeder noch so lange Weg besteht aus vielen kleinen Schritten – egal ob beruflich oder privat.

Wir leben in einer sehr schnelllebigen Zeit, in der wir uns oft (zu?) sehr an hoch gesteckten Zielen orientieren und wollen diese auch so schnell wie möglich erreichen: in X Wochen oder Monaten zum Erfolg, zum glücklichen Leben, zum achtsamen Umgang mit mir selbst und anderen, zur beruflichen Erfüllung oder gar Berufung, … Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Social Media und der dadurch immer stärker geförderte Vergleich mit anderen sowie zahlreiche Ratgeber und Erfolgscoaches füttern diese – meines Erachtens sehr ungesunde – Zielsetzung noch mehr. Wenn die ambitionierten Ziele dann verfehlt werden, ist die Ernüchterung meist groß.

Sicherlich sollte man das große Ganze – wie in Beppos Fall die Straße – nicht komplett außer Acht lassen. Meist fokussieren wir allerdings zu sehr auf Ziele und Ergebnisse und vergessen dabei, den Prozess zu LEBEN.

Für mich persönlich wird immer klarer, dass es sich vor allem lohnt, werteorientiert und nicht rein zielorientiert zu leben. Dazu aber in einem anderen Beitrag bald mehr.

Schritt für Schritt